Von Tirol in den hohen Norden

Dirk Draheim, langjähriger Leiter des ZID, hat einen Ruf an die Technische Universität Tallin erhalten. Er verlässt die Universität Innsbruck schweren Herzens, freut sich aber auf die neue Aufgabe in einem hoch dynamischen Umfeld und hofft auf viele Anknüpfungspunkte und Kooperationsmöglichkeiten mit Projekten der Universität Innsbruck.
Dirk Draheim
Bild: Dirk Draheim (Foto: privat)

Dirk Draheim beginnt zum Sommersemester an der TTÜ Technischen Universität Tallinn als Full Professor für Technologien der Informationsgesellschaft. Parallel dazu soll er ein Competence Center für e-Government aufbauen. Die Technische Universität Tallinn, gegründet 1918, ist mit 14.000 Studierenden eine der bedeutendsten Technischen Universitäten in Zentral- und Osteuropa bzw. der neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

„Der ZID ist stabil unterwegs“

Dirk Draheim verlässt den ZID schweren Herzens aber guten Gewissens. „Alles ist auf Schiene. Der ZID hat ein sehr gut eingespieltes, äußerst leistungsstarkes Team, das sich auch zukünftigen Herausforderungen engagiert stellen wird, eben in bewährter ZID-Manier. Die Position der ZID-Leiterin bzw. des ZID-Leiters soll zügig nachbesetzt werden, um auch strategisch eine gute Kontinuität herzustellen. Die ZID-Leitung ist bereits seit 25. Januar ausgeschrieben“, betont Personalvizerektor Wolfgang Meixner. „Ich bin sehr dankbar für meine Zeit am ZID“, sagt Dirk Draheim. „Ich war in all den Jahren immer tief beeindruckt von der Einsatzfreude und den Leistungen der ZID-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.“

Viele neue Möglichkeiten, gerade auch für Kooperationen

Über seine zukünftige Wirkungsstätte sagt Dirk Draheim: „Estland ist im Bereich Digitalisierung sehr weit vorne. Die Parlamentswahlen sind elektronisch, Finanzverwaltung und Gesundheitswesen nahezu optimal mit Internet-Dienstleistungen durchdrungen, es gibt eine landesweite E-Learning-Strategie und vieles andere mehr.“ Die Technische Universität Tallinn bietet ein hochdynamisches Umfeld. Rund um die Mektory, das Gründerzentrum der TTÜ, haben sich über 200 Start-Ups auf dem Campus angesiedelt. Das Nachbargebäude des Instituts für Informatik – und mit diesem durch einen Übergang verbunden – ist die Firmenzentrale und Hauptgebäude von Skype. „Ich hoffe, dass sich viele Anknüpfungspunkte mit Projekten der Universität Innsbruck ergeben. Themen wie Open Access, Forschungsdaten-Repositories oder Seamless Learning sind Themen, die allerorts mit Hochdruck angegangen werden und die alle wichtige Bezüge zur Informationsgesellschaft, zur rasant fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft, haben. Hier wäre es schön, wenn sich Kooperationsmöglichkeiten mit der Uni Innsbruck ergeben würden. Auch die Stärkung des Scientific Computing interessiert mich weiterhin sehr. Die TTÜ ist mit 5.000 core Cluster Compute-Leistung gar nicht mal so schlecht aufgestellt. Der gesamte Bereich des Scientific Computing scheint sich gerade neu zu erfinden. Wir erleben derzeit überall Diskussionen, ob die in Europa klassisch etablierte Tier-Struktur in Zukunft noch halten wird. Aufkommende Cloud-Technologien werden hier einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung haben. Es wird spannend sein, in diesem Bereich in den nächsten Jahren mit dabei zu sein.“

Dirk Draheim möchte der Universität Innsbruck also verbunden bleiben und wird sicherlich oft zu Besuch sein. Das nächste Mal spätestens im August, aus Anlass der Technologiegespräche beim Europäischen Forum Alpbach. Er bleibt unter seiner Email-Adresse draheim@acm.org immer erreichbar.


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