Forschung in der Südsee

Ein Monat nach der Simulation des Aufstiegs auf den 4.205 Meter hohen Vulkan Mauna Kea in der Höhenkammer Bad Aibling, flog die Forschungsgruppe, bestehend aus sechs Probandinnen und Probanden, Doktorand Stefan Pramsohler und Nikolaus Netzer, Professor am Institut für Sportwissenschaft, auf die amerikanische Insel Big Island in Hawaii.
Forschung am Mauna Kea.
Bild: Von Bad Aibling auf den Mauna Kea. Unter der Leitung von Nikolaus Netzer führten die Studierenden eine Feldstudie durch. (Bild: Rausch)

Auf der „Sonnenseite“ der Insel untergebracht, hatten wir zwei Tage Zeit, um uns von den 20 Stunden Reisezeit zu erholen und uns auf den Aufstieg vorzubereiten. Am Abend vor dem Aufstieg aßen wir dieselbe Mahlzeit wie schon zuvor in der Höhenkammer, um das Studienverfahren zu standardisieren und die Vergleichbarkeit beider Aufstiege herzustellen. Auch das Tragen derselben Kleidung und desselben Rucksackgewichts steuerte zur Vergleichbarkeit bei. Am Fuße des Vulkans Mauna Kea starteten wir mit den ersten Messungen mittels einer Spiroergometrie. Dies ist ein submaximaler Belastungstest, welcher uns Auskunft über den Sauerstoffverbrauch, die Atemfrequenz und weitere Parametern der jeweiligen Probandinnen und Probanden gibt. Danach begann der siebenstündige Aufstieg auf den Berg. Alle 15 Minuten notierten wir unsere Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung mittels einem kleinem Gerät, welches man an den Finger knipst (Pulsoxymeter). Zusätzlich wurden die Symptome der akuten Bergkrankheit (AMS) anhand der Lake-Louise-Score ermittelt. Das Gipfel-Areal des Mauna Kea besteht aus einem der größten Observatorien der Welt. Eine Straße führt bis ganz nach oben, wo unser Kollege nach dem Aufstieg im Jeep mit den Messgeräten auf uns wartete, um die Spiroergometrie noch einmal zu wiederholen. Der Berg Mauna Kea eignet sich deshalb so gut für diese neuartige Studie, da es einer der wenigen Berge über 4.000 Meter Seehöhe ist, den man bis zum Gipfel mit dem Auto erreichen kann. Für den Transport der Messgeräte war dies eine wichtige Voraussetzung. Außerdem war das Wetter wie erwartet passend, sodass wir mit einer Durchschnittstemperatur von 23 Grad Celsius eine gute Vergleichbarkeit zur Temperatur in der Höhenkammer Bad Aibling herstellen konnten. Das abschließende Bild zeigt die Forschungsgruppe in Honolulu/Oahu, nach Gastvorträgen bei einem Physiologie-Symposium, zu dem wir eingeladen wurden, unter anderem um unsere Studie vorzustellen.

(Laura Rausch)


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